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Ratgeber

Welcher Tee für Kombucha? Sorten, Mengen und No-Gos

Der Tee ist die Grundlage deiner Kombucha. Er bestimmt Farbe, Körper und Aroma, und er liefert der Kultur, was sie neben dem Zucker zum Arbeiten braucht. Hier erfährst du, welche Sorten sich eignen und welche du besser für die Teetasse aufhebst.

Aktualisiert am 6 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Für Kombucha nimmst du echten Tee aus der Teepflanze: schwarz, grün oder eine Mischung aus beidem, immer ohne zugesetzte Aromen. Pro Liter Wasser reichen 3 Teebeutel oder etwa 8 g loser Tee, dazu 80 g Zucker. Kräutertee, Früchtetee und aromatisierte Sorten wie Earl Grey eignen sich nicht für den Ansatz. Sie kommen, wenn du magst, erst bei der zweiten Gärung in die Flasche.

3 Beutelpro Liter
8 gloser Tee
80 gZucker pro Liter
ohne Aromaim Ansatz

Die Grundregel: echter Tee

Dein SCOBY braucht für die Gärung zweierlei: Zucker als Futter und Tee aus der Teepflanze, also aus den Blättern von Camellia sinensis. Aus dieser einen Pflanze entstehen Schwarztee, Grüntee, weißer Tee und Oolong. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung der Blätter, nicht in der Pflanze.

Kräutertees wie Kamille oder Pfefferminze, Früchtetees und Rooibos stammen von ganz anderen Pflanzen. Für eine Tasse am Abend sind sie wunderbar, als alleinige Grundlage für Kombucha aber nicht. Die Gärung kommt damit schwer in Gang, und die Kultur wird mit der Zeit schwächer.

Die Sorten im Vergleich

TeeGeschmack der KombuchaEignung
Schwarztee (Assam, Ceylon, Ostfriesische Mischung)Kräftig, rund, leicht malzig, bernsteinfarbenSehr gut, ideal für den Anfang
DarjeelingFeiner, blumiger, etwas hellerSehr gut
Grüntee (Sencha, Chun Mee)Leicht, frisch, grasig, goldgelbSehr gut, gärt oft etwas schneller
Schwarz und grün gemischtAusgewogen, mit Körper und FrischeSehr gut, beliebter Allrounder
Weißer Tee, OolongZart, fein, je nach Sorte fruchtigGut, am besten gemischt mit Schwarztee
Earl Grey, Chai, aromatisierte TeesUnberechenbarNicht für den Ansatz, die Öle setzen dem SCOBY zu
Kräuter- und Früchtetee, RooibosKaum GärungNicht als Grundlage, nur als Aroma in der Flasche

Wenn du gerade erst anfängst, nimm einfachen Schwarztee. Er verzeiht am meisten, und am kräftigen Geschmack erkennst du gut, wie die Gärung voranschreitet. Eine klassische Ostfriesische Mischung aus dem Supermarktregal funktioniert prima, solange kein Aroma zugesetzt ist.

Wie viel Tee und wie lange ziehen?

Die Menge bleibt immer gleich: 3 Teebeutel oder etwa 8 g loser Tee pro Liter Wasser. Mehr Tee macht die Kombucha nicht besser, sondern herber, und bringt das Gleichgewicht im Glas durcheinander. Weniger Tee gibt ein dünnes Getränk und eine Kultur, der auf Dauer etwas fehlt.

Brüh den Tee mit einem Teil des Wassers auf, so wie du ihn auch trinken würdest. Schwarztee verträgt kochendes Wasser, Grüntee mag es etwas kühler: Lass das Wasser nach dem Aufkochen ein paar Minuten stehen. Nimm die Beutel heraus, bevor der Tee bitter wird. Loser Tee kommt in ein Teesieb oder einen Teefilter, damit keine Blätter im Gärglas landen.

Danach löst du den Zucker im heißen Tee auf, füllst mit kaltem Wasser auf einen Liter auf und wartest, bis alles Zimmertemperatur hat. Die ganze Anleitung steht in Kombucha selber machen.

Tipp: Wenn du von Schwarz- auf Grüntee wechseln willst, mach es schrittweise. Nimm beim ersten Mal halb und halb, beim zweiten Mal mehr Grüntee. So gewöhnt sich der SCOBY ohne Umstellungsprobleme an die neue Sorte.

Und der Zucker?

Zucker ist für den SCOBY kein Geschmacksthema, sondern Futter. Pro Liter brauchst du 80 g. Der größte Teil davon wird während der Gärung umgewandelt, deshalb schmeckt fertige Kombucha weit weniger süß als der Tee am ersten Tag.

ZuckerErgebnis
Weißer HaushaltszuckerZuverlässig, klarer Teegeschmack, die sicherste Wahl
RohrzuckerEtwas dunkler, leicht karamellig, funktioniert gut
VollrohrzuckerKräftiger, malziger Ton, die Gärung kann langsamer laufen
HonigEigenes Thema, für den normalen Ansatz nicht empfehlenswert
Süßstoff, Stevia, ErythritUngeeignet, die Kultur kann sie nicht verwerten

Welcher Tee für welchen Geschmack?

Am Ende entscheidet dein Gaumen. Diese Faustregeln helfen dir, die richtige Richtung zu finden:

  • Du magst es kräftig und rund, ein bisschen wie Apfelmost: reiner Schwarztee, etwa Assam oder eine Ostfriesische Mischung.
  • Du magst es leicht und frisch, fast wie eine herbe Limonade: Grüntee, zum Beispiel ein einfacher Sencha.
  • Du willst beides: zwei Beutel Schwarztee und einen Beutel Grüntee pro Liter. Das ist für viele die Lieblingsmischung.
  • Du suchst eine feine, helle Kombucha für besondere Anlässe: Darjeeling oder ein Anteil weißer Tee, gemischt mit etwas Schwarztee.

Notier dir bei jedem Ansatz Sorte, Datum und Geschmack. Nach drei, vier Runden weißt du genau, welcher Tee in deinem Glas am besten funktioniert. Und weil ein Ansatz nur eine Woche dauert, kannst du in einem Monat schon einiges ausprobieren.

Aromen gehören in die Flasche

Du liebst Earl Grey, Pfefferminze oder Hibiskus? Dann musst du darauf nicht verzichten. Der Trick: Den Ansatz machst du immer mit neutralem Tee. Die Aromen kommen erst bei der zweiten Gärung dazu, wenn der SCOBY schon wieder in seinem Glas sitzt.

  • Ein paar Blätter frische Minze pro Flasche geben eine kühle Note.
  • Ein kleiner Schuss kalt aufgegossener Hibiskustee färbt die Kombucha tiefrot und bringt eine fruchtige Säure.
  • Eine halbe Zimtstange mit Apfelsaft ergibt die Apfel-Zimt-Kombucha, die im Herbst kaum zu schlagen ist.
  • Ein Streifen Orangenschale bringt die Bergamotte-Ahnung von Earl Grey in die Flasche, ganz ohne Öl im Ansatz.

Wasser: was du wissen solltest

Leitungswasser eignet sich in den meisten Regionen gut. Da du einen Teil ohnehin zum Kochen bringst, ist das kein Problem. Sehr hartes Wasser kann den Tee etwas trüber und herber machen, das ist aber rein geschmacklich. Riecht dein Wasser deutlich nach Chlor, lass es vor dem Auffüllen ein paar Stunden offen in einer Karaffe stehen.

Koffein in der Kombucha

Weil Kombucha aus echtem Tee entsteht, bleibt ein Teil des Koffeins im fertigen Getränk. Wie viel genau, hängt von Sorte und Ziehzeit ab. Wer abends lieber keinen Tee trinkt, sollte das auch bei Kombucha bedenken. Eine Alternative für den späten Nachmittag ist Wasserkefir, der ganz ohne Tee auskommt. Den direkten Vergleich findest du in Kefir oder Kombucha.

Häufige Fragen

Kann ich Pfefferminztee für Kombucha nehmen?
Nicht als Grundlage. Pfefferminze ist ein Kräutertee, und darin kommt die Gärung kaum in Gang. Setz die Kombucha mit Schwarz- oder Grüntee an und gib ein paar Minzblätter erst bei der zweiten Gärung in die Flasche.
Teebeutel oder loser Tee?
Beides funktioniert. Teebeutel sind bequemer, loser Tee bietet mehr Auswahl. Die Menge: 3 Beutel oder etwa 8 g losen Tee pro Liter.
Geht entkoffeinierter Tee?
Grundsätzlich ja, solange er nicht aromatisiert ist. Die Gärung läuft damit aber oft etwas träger. Am besten mischst du ihn mit normalem Schwarztee.
Darf ich die Teesorte jederzeit wechseln?
Ja, am besten schrittweise über zwei, drei Ansätze. Dein SCOBY passt sich an, und du findest nebenbei heraus, welche Mischung dir am besten schmeckt.
Kann ich übrig gebliebenen Tee vom Frühstück verwenden?
Ja, wenn es ungesüßter, nicht aromatisierter Schwarz- oder Grüntee ohne Milch ist. Achte darauf, dass du trotzdem ungefähr auf die Stärke von 3 Beuteln pro Liter kommst, und gib die 80 g Zucker frisch dazu. Tee mit Milch, Zitrone oder Honig nimmst du lieber nicht.

Den passenden Tee hast du vermutlich schon im Schrank. Was dir noch fehlt, ist die Kultur: Der Kombucha-Pilz mit Ansatzflüssigkeit kostet 17,90 € und ist bereit für deinen ersten Liter. Alles Weitere findest du auf der Seite Kombucha.

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