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Ratgeber

Wasserkefir ansetzen: die Grundanleitung

Fünf Minuten Arbeit, ein Tag Geduld, und im Kühlschrank steht ein Liter spritziger, leicht säuerlicher Wasserkefir. Diese Anleitung ist die Basis, die du Ansatz für Ansatz wiederholst.

Aktualisiert am 6 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Löse 4 EL Zucker (etwa 60 g) in 1 Liter Wasser auf. Gib eine getrocknete Feige, eine Zitronenscheibe und 30 g Wasserkefir Kristalle dazu. Deck das Glas mit einem Tuch ab und lass es 24 Stunden bei 20 bis 25 °C stehen. Schwimmt die Feige oben, seihst du ab, füllst in eine Flasche und setzt die Kristalle sofort neu an.

30 gKristalle
60 gZucker (4 EL)
1 LiterWasser
24 hbei 20 bis 25 °C

Das brauchst du für einen Liter

Die Zutatenliste ist kurz, und das meiste steht ohnehin in deiner Küche. Für einen Liter Wasserkefir nimmst du:

  • 30 g Wasserkefir Kristalle, lebend und in ihrer Flüssigkeit. Mit 60 g setzt du 2 Liter an und verdoppelst einfach alle anderen Zutaten.
  • 1 Liter Wasser. In den meisten Regionen Deutschlands funktioniert Leitungswasser ohne Weiteres. Riecht es nach Chlor, lass es ein paar Stunden offen in einer Karaffe stehen.
  • 4 EL Zucker, also rund 60 g. Weißer Haushaltszucker, Rohrzucker oder eine Mischung aus beiden.
  • 1 getrocknete Feige. Sie gibt der Kultur zusätzliches Futter, bringt ein rundes Aroma ins Glas und zeigt dir später, wann der Ansatz fertig ist.
  • 1 Zitronenscheibe, am besten von einer unbehandelten Zitrone, mit Schale.

Dazu kommt etwas Ausrüstung: ein Glas mit etwas mehr als einem Liter Inhalt (ein Einmachglas oder Weckglas ist ideal), ein Löffel aus Holz oder Kunststoff, ein feines Sieb aus Kunststoff oder Edelstahl, ein sauberes Baumwolltuch mit Gummiring und eine Bügelflasche zum Abfüllen. Welches Wasser und welcher Zucker bei dir am besten passen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Wasser und Zucker für Wasserkefir.

Schritt für Schritt

1. Zuckerwasser anrühren

Gieß den Liter Wasser ins Glas, gib die 4 EL Zucker dazu und rühr, bis sich alles aufgelöst hat. Rohrzucker braucht etwas länger. Schneller geht es, wenn du den Zucker zuerst in einer Tasse warmem Wasser löst und dann mit kaltem Wasser auffüllst.

2. Feige und Zitrone hinein

Leg die ganze Feige und die Zitronenscheibe ins Zuckerwasser. Die Feige sinkt zunächst auf den Boden. Das gehört so.

3. Kristalle zugeben

Gib die 30 g Kristalle hinein. Beim allerersten Ansatz kommen sie samt ihrer Flüssigkeit ins Glas, ohne vorheriges Abspülen. Prüf vorher mit dem Finger: Das Wasser sollte zimmerwarm oder kühl sein, niemals heiß.

4. Abdecken, nicht verschließen

Leg das Tuch über die Öffnung und fixier es mit dem Gummiring. Im ersten Ansatz soll Luft an die Kultur kommen und entstehendes Gas entweichen können. Ein fest verschlossener Deckel gehört erst in die zweite Gärung.

5. 24 Stunden warten

Stell das Glas an einen Platz mit 20 bis 25 °C, ohne direkte Sonne und nicht neben Herd oder Heizung. Umrühren musst du zwischendurch nicht.

6. Abseihen und neu ansetzen

Nimm Feige und Zitrone heraus, gieß den Kefir durch das Sieb in eine Flasche und setz die Kristalle gleich wieder in frisches Zuckerwasser mit neuer Feige und Zitrone.

Tipp: Leg dir einen festen Zeitpunkt fest, etwa jeden Morgen beim Kaffee. Mit einem Rhythmus von 24 Stunden fühlen sich die Kristalle am wohlsten, und das Abseihen dauert keine fünf Minuten.

Woran du erkennst, dass er fertig ist

Nach 24 Stunden gibt dir das Glas mehrere Hinweise. Messen musst du nichts.

  • Die Feige schwimmt oben. Sie hat sich vollgesogen, ihren Zucker abgegeben, und die Kohlensäure trägt sie nach oben. Das ist das zuverlässigste Zeichen.
  • Feine Bläschen hängen an der Glaswand oder steigen von den Kristallen auf, besonders wenn du leicht gegen das Glas klopfst.
  • Die Farbe hat sich verändert. Aus klarem Wasser ist eine leicht trübe Flüssigkeit geworden, mit Rohrzucker eher goldgelb.
  • Der Geruch ist frisch und säuerlich, irgendwo zwischen Apfelschorle und mildem Cidre.
  • Es schmeckt weniger süß als das Zuckerwasser vom Vortag, mit einer angenehmen Säure.

Die ersten Ansätze fallen oft zurückhaltender aus. Die Kristalle waren ein paar Tage unterwegs und gewöhnen sich erst an dein Wasser und deine Küche. Was in dieser Phase normal ist, liest du unter Wasserkefir: die ersten Tage.

Der richtige Platz für dein Glas

Die Temperatur bestimmt das Tempo der Gärung stärker als alles andere. Eine grobe Orientierung:

RaumtemperaturWas passiertWas du tust
Unter 20 °CDie Gärung läuft langsamer, wenig BläschenEin paar Stunden länger stehen lassen, wärmeren Platz suchen
20 bis 25 °CDer Normalfall: fertig nach 24 StundenGrundrezept beibehalten
Über 25 °CSchnellere Gärung, Säure kommt früherFrüher probieren und abseihen

Im Winter ist ein Platz im Küchenschrank über dem Kühlschrank oft wärmer als die Arbeitsplatte am Fenster. Im Hochsommer dagegen kann der Ansatz schon am Abend fertig sein. Verlass dich auf Feige und Zunge, nicht auf die Uhr.

Den Geschmack nach deinem Gusto einstellen

Das Grundrezept ist ein Startpunkt. Nach ein paar Ansätzen weißt du, in welche Richtung du drehen möchtest.

Du möchtestDas änderst du
SüßerEin paar Stunden früher abseihen
Herber und trockenerEtwas länger als 24 Stunden stehen lassen
Karamellig und kräftigEinen EL weißen Zucker durch Rohrzucker ersetzen
Klar und hellNur weißen Zucker verwenden, eher kürzer gären
Mehr KohlensäureEine zweite Gärung in der verschlossenen Bügelflasche

Nach dem Abseihen: pur oder mit Frucht

Dein erster Liter ist abgefüllt. Jetzt hast du zwei Möglichkeiten.

Pur genießen. Verschließ die Flasche und stell sie in den Kühlschrank. Gut gekühlt wirkt die Säure erfrischend, und das feine Prickeln ist auf der Zunge deutlich zu spüren.

Zweite Gärung. Die meisten landen früher oder später hier. Du gibst Obst in eine Bügelflasche, füllst mit Kefir auf, verschließt sie und lässt sie 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, danach kommt sie in den Kühlschrank. Heraus kommt eine spritzige Limonade mit dem Aroma der Frucht. Zum Einstieg passen der Erdbeer-Wasserkefir oder der Zitronen-Ingwer-Wasserkefir. Die ganze Methode findest du unter zweite Gärung bei Wasserkefir.

Währenddessen arbeiten die Kristalle schon im frischen Zuckerwasser an der nächsten Portion. So entsteht jeden Tag ein Liter, immer mit derselben Kultur.

Typische Fehler am Anfang

Fast alles lässt sich leicht korrigieren. Diese Punkte begegnen uns am häufigsten:

  • Deckel fest zugeschraubt. Im ersten Ansatz braucht die Kultur Luft. Tuch und Gummiring reichen.
  • Heißes Wasser. Große Hitze schadet den Kristallen. Warte, bis das Zuckerwasser Zimmertemperatur hat.
  • Glas in der Sonne. Es heizt sich auf, und der Geschmack kippt Richtung Essig.
  • Süßstoff statt Zucker. Die Kristalle können Süßstoff, Stevia oder Erythrit nicht verwerten. Sie brauchen echten Zucker.
  • Honig im Ansatz. Für die Kristalle ist Honig keine gute Grundlage. Bleib beim Zucker.
  • Alles auf einmal ändern. Wenn dir etwas nicht gefällt, änder pro Ansatz nur eine Sache. So weißt du, was wirkt.

Und eine Frage, die fast jeder stellt: Metall. Ein Edelstahlsieb ist für den kurzen Kontakt beim Abseihen kein Problem. Vermeiden solltest du nur, die Kristalle lange in Metallgefäßen stehen zu lassen. Wenn trotzdem etwas nicht so läuft wie erwartet, hilft dir der Ratgeber Wasserkefir Probleme Schritt für Schritt weiter.

Häufige Fragen

Geht Wasserkefir auch ohne Feige?
Ja. Statt der Feige kannst du eine Dattel, ein paar Rosinen oder eine ungeschwefelte Aprikose nehmen. Die Feige mögen wir, weil sie ein rundes Aroma gibt und durch ihr Aufschwimmen zeigt, wann der Ansatz fertig ist.
Muss ich die Kristalle nach jedem Ansatz waschen?
Nein. Abseihen und direkt ins frische Zuckerwasser geben genügt. Wenn sie sich klebrig anfühlen, spül sie ab und zu mit kühlem Wasser ab.
Wie viel Wasserkefir mache ich mit 60 g Kristallen?
2 Liter alle 24 Stunden. Verdopple Wasser, Zucker, Feige und Zitrone, oder teil die Kristalle auf zwei Gläser mit je einem Liter auf und probier zwei Geschmacksrichtungen parallel.
Kann ich den Ansatz länger als 24 Stunden stehen lassen?
Ein paar Stunden mehr sind in einer kühlen Küche in Ordnung. Viel länger solltest du nicht warten: Der Zucker ist dann aufgebraucht, der Kefir wird sehr sauer, und die Kristalle haben nichts mehr zu fressen.
Enthält selbstgemachter Wasserkefir Alkohol?
Bei der Gärung entstehen Spuren von Alkohol, bei selbstgemachtem Wasserkefir meist unter 1 %. Wie viel genau, hängt von Zeit, Temperatur und Zuckermenge ab.

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Wasserkefir

Deine prickelnde Limo aus dem eigenen Glas, Ansatz für Ansatz

Lebende, aktive Kristalle, die gleich nach dem Auspacken loslegen. Mit 30 g machst du alle 24 Stunden 1 Liter, mit 60 g 2 Liter. Sie vermehren sich und begleiten dich bei guter Pflege über Jahre.

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