Apfel und Zimt gehören in Deutschland zum Herbst wie Laub und Kastanien. In der Kombucha-Flasche ergeben sie ein Getränk, das an einen herben, prickelnden Apfelmost erinnert, mit einer warmen Würze im Abgang. Es ist eines der einfachsten Rezepte überhaupt: drei Zutaten, fünf Minuten, fertig.
Zutaten
- 850 ml fertiger Kombucha aus der ersten Gärung
- 150 ml naturtrüber Apfelsaft (Direktsaft)
- 1 Zimtstange
- 2 dünne Scheiben frischer Ingwer (nach Belieben)
- 1 Streifen unbehandelte Orangenschale (nach Belieben)
Zubereitung
- Brich die Zimtstange in zwei Stücke und gib sie mit Ingwer und Orangenschale in eine Bügelflasche mit gut 1 Liter Inhalt.
- Gieße den Apfelsaft dazu.
- Fülle mit dem Kombucha auf, bis etwa drei Finger breit Luft unter dem Verschluss bleiben.
- Verschließe die Flasche und lass sie 2 bis 5 Tage bei Zimmertemperatur gären.
- Stell die Flasche mindestens 6 Stunden kalt, öffne sie vorsichtig über der Spüle und gieße den Kombucha durch ein Sieb ab.
Warum Apfelsaft so gut funktioniert
Apfelsaft bringt viel Fruchtzucker in die Flasche, und genau den brauchen die Hefen für die Kohlensäure. Mit 150 ml Saft auf 850 ml Kombucha wird die zweite Gärung sehr lebhaft. Zusätzlichen Zucker brauchst du deshalb nicht.
Naturtrüber Direktsaft schmeckt intensiver nach Apfel als klarer Saft aus Konzentrat. Besonders gut wird es mit Saft von der Streuobstwiese oder aus einer regionalen Mosterei, der oft herber und aromatischer ist. Säuerliche Sorten wie Boskop passen hervorragend zur Teenote.
Die Basis
Für die zweite Gärung brauchst du Kombucha aus der ersten Gärung: 1 Kombucha Pilz (SCOBY), 1 Tasse Ansatzflüssigkeit (etwa 250 ml), 80 g Zucker, 3 Teebeutel (etwa 8 g loser Tee) und 1 Liter Wasser, 7 bis 10 Tage bei 20 bis 25 °C. Alle Schritte stehen in Kombucha selber machen. Im Herbst und Winter dauert die Gärung in kühlen Küchen etwas länger. Wie du trotzdem zuverlässig ansetzt, erklärt Fermentieren im Winter.
Achtung, viel Druck
Apfelsaft gärt sehr kräftig. Bei Zimmertemperatur kann die Flasche schon nach zwei Tagen deutlich unter Druck stehen. Prüfe sie täglich, stelle sie lieber früher kalt und öffne sie nur gekühlt, langsam und über der Spüle. Eine kleine PET-Flasche mit derselben Mischung zeigt dir, wann es Zeit wird. Mehr dazu im Ratgeber zur zweiten Gärung bei Kombucha.
Varianten
- Bratapfel: eine Handvoll Rosinen, ein Stück Vanilleschote und ein paar Mandelblättchen.
- Weihnachtsmarkt: zur Zimtstange zwei Nelken, ein Sternanis und Orangenschale. Schmeckt nach Advent, ganz ohne Glühwein.
- Apfel-Birne: halb Apfelsaft, halb Birnensaft, milder und runder.
- Apfel-Quitte: ein Schuss Quittensaft für ein blumiges, sehr herbstliches Aroma.
Im Sommer ist der Beeren-Kombucha die passende Alternative. Und für kräftige Würze: Ingwer-Zitronen-Kombucha.
Servieren und aufbewahren
Gut gekühlt mit einer dünnen Apfelspalte im Glas. Bei der Adventsfeier ist er eine schöne Alternative für alle, die keinen Glühwein möchten. Warm servieren solltest du ihn nicht: Die Kohlensäure verfliegt, und das Aroma wird flach. Die geschlossene Flasche hält sich im Kühlschrank einige Wochen.
Häufige Fragen
Kann ich frische Äpfel statt Saft nehmen?
Warum schäumt die Flasche beim Öffnen über?
Wie viel Alkohol enthält er?
Alles rund um Ansatz und Rezepte steht im Kombucha-Ratgeber. Dein eigener Kombucha Pilz kommt mit Ansatzflüssigkeit bei dir an, bereit für den ersten Liter.
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