Füll den abgeseihten Wasserkefir mit etwas Obst, Saft oder Kräutern in eine Bügelflasche, lass oben etwas Luft und verschließ sie. Nach 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur ist er spritzig und fruchtig. Dann kommt die Flasche in den Kühlschrank, wo die Gärung fast zum Stillstand kommt. Öffne sie gekühlt und langsam über der Spüle.
Was bei der zweiten Gärung passiert
Im ersten Ansatz arbeiten die Kristalle im offenen Glas. Die Kohlensäure, die dabei entsteht, entweicht größtenteils durch das Tuch. Nach dem Abseihen sind die Kristalle zwar nicht mehr im Kefir, die Hefen und Bakterien in der Flüssigkeit aber schon. Bekommen sie in der verschlossenen Flasche frischen Zucker aus Obst oder Saft, gären sie weiter. Diesmal kann das Gas nicht entweichen: Es löst sich im Kefir, und beim Öffnen prickelt es.
Nebenbei nimmt der Kefir das Aroma der Frucht an. Aus einem leicht säuerlichen Grundgetränk wird eine Limonade, die nach Erdbeere, Rhabarber oder Holunderblüte schmeckt. Voraussetzung ist ein gut laufender erster Ansatz. Wenn du noch am Anfang stehst, lies zuerst Wasserkefir ansetzen.
Die richtige Flasche
Für die zweite Gärung brauchst du eine Flasche, die dicht schließt und Druck aushält. Die klassische Bügelflasche aus Glas ist dafür gemacht, schließlich wird sie seit Generationen für Bier und Limonade verwendet.
- Dickwandiges Glas. Dünne Saft- oder Dekoflaschen sind nicht für Druck ausgelegt.
- Intakter Gummiring. Ein rissiger oder ausgeleierter Ring lässt Gas entweichen. Ersatzringe gibt es günstig im Haushaltsladen.
- Passende Größe. Eine Literflasche nimmt deinen ganzen Ansatz auf, mehrere halbe Liter erlauben verschiedene Sorten.
- Ein Trichter erleichtert das Abfüllen erheblich, gerade wenn Obststücke mit hinein sollen.
Kunststoffflaschen gehen zur Not auch. Ihr Vorteil: Du spürst am Druck der Wand, wie weit die Gärung ist. Für den Dauerbetrieb ist Glas aber angenehmer und leichter sauber zu halten.
Schritt für Schritt
1. Obst in die Flasche
Gib eine kleine Handvoll klein geschnittenes Obst, ein paar Scheiben Ingwer oder einen Schuss Saft oder Sirup in die saubere Bügelflasche.
2. Kefir auffüllen
Gieß den frisch abgeseihten Wasserkefir mit dem Trichter darüber. Lass oben etwa zwei Fingerbreit Luft.
3. Verschließen
Bügel zu, Flasche kurz schwenken, damit sich Saft und Kefir verbinden.
4. Bei Zimmertemperatur stehen lassen
24 bis 48 Stunden, an einem schattigen Platz. Im Sommer reicht oft ein Tag, im Winter braucht es eher zwei.
5. Kühlen
Stell die Flasche in den Kühlschrank. Die Kälte bremst die Gärung, und das Gas löst sich noch besser im Getränk.
6. Vorsichtig öffnen
Öffne die gekühlte Flasche langsam über der Spüle, den Bügel mit dem Daumen gehalten. Abseihen, falls Obststücke drin sind, und genießen.
Welches Obst passt
Fast jede Frucht eignet sich. Je mehr Zucker sie mitbringt, desto mehr Kohlensäure entsteht. Ein paar bewährte Kombinationen für jede Jahreszeit:
| Zutat | Geschmack | Saison und Hinweis |
|---|---|---|
| Erdbeeren | Fruchtig, leicht rosa, sehr beliebt | Frühsommer, auch tiefgekühlt gut |
| Rhabarber | Herb und frisch, erinnert an Rhabarberschorle | April bis Juni, am besten kurz mit Zucker angekocht |
| Holunderblüte | Blumig, sommerlich | Frische Dolden im Juni, sonst ein Schuss Sirup |
| Zitrone und Ingwer | Scharf, spritzig, ganzjährig | Ingwer in Scheiben, nicht gerieben |
| Himbeeren | Intensiv, kräftige Farbe | Sommer, Kerne beim Abseihen entfernen |
| Apfelsaft | Mild, schorlenartig | Herbst und Winter, ein Schuss genügt |
| Birne und Zimt | Weich, würzig, passt in die Adventszeit | Zimtstange statt Pulver |
| Minze oder Melisse | Kühl, kräuterig | Ein paar Blätter zu Zitrone oder Gurke |
Rezepte mit genauen Angaben findest du hier: Erdbeer-Wasserkefir, Holunderblüten-Wasserkefir, Rhabarber-Wasserkefir und Zitronen-Ingwer-Wasserkefir. Und wenn es im August richtig heiß ist, wird aus fruchtigem Kefir eine Wasserkefir-Granita.
Mehr oder weniger Kohlensäure
Wie stark es prickelt, kannst du gut steuern. Die wichtigsten Stellschrauben:
| Zu wenig Prickeln | Zu viel Druck |
|---|---|
| Etwas länger bei Zimmertemperatur stehen lassen | Früher in den Kühlschrank stellen |
| Zuckerreicheres Obst oder einen Schuss Saft zugeben | Weniger Obst oder weniger süße Früchte |
| Wärmeren Platz suchen | Kühleren Platz wählen |
| Gummiring prüfen und Flasche voller machen | Etwas mehr Luft im Flaschenhals lassen |
| Ersten Ansatz kräftiger gären lassen | Flasche zwischendurch kurz öffnen und Druck ablassen |
Sicherheit: Druck ernst nehmen
Kohlensäure ist das Ziel, aber sie verdient Respekt. Eine Flasche, die zu lange warm steht, baut erheblichen Druck auf.
- Lass Flaschen mit viel Obst nicht länger als 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen.
- Stell sie nicht in die Sonne oder neben die Heizung.
- Öffne sie immer gekühlt, langsam, über der Spüle und von dir und anderen weggerichtet.
- Wenn es beim Öffnen stark schäumt, schließ den Bügel kurz wieder und lass das Gas in mehreren Etappen entweichen.
Im Kühlschrank hält sich fertiger Wasserkefir einige Tage. Er wird mit der Zeit langsam trockener und etwas saurer, weil die Gärung in der Kälte nicht ganz aufhört.
Typische Fehler in der Flasche
- Zu frischer Grundkefir. Wer schon nach zwölf Stunden abseiht, füllt viel Zucker, aber wenig aktive Kultur ab. Dann tut sich in der Flasche kaum etwas. Lass den ersten Ansatz die vollen 24 Stunden laufen.
- Ganze, harte Früchte. Ein ganzer Apfelschnitz gibt wenig Saft ab. Schneid Obst klein oder drück Beeren leicht an, damit der Fruchtzucker schnell in den Kefir übergeht.
- Zu viel auf einmal. Eine randvolle Flasche mit Obst und Sirup schäumt beim Öffnen über. Lieber sparsam beginnen und beim nächsten Mal nachlegen.
- Flasche vergessen. Stell dir einen Wecker oder kleb einen Zettel mit Datum auf die Flasche. Gerade im Sommer geht es schneller, als man denkt.
- Nicht gereinigte Flaschen. Spül Bügelflaschen nach jedem Durchgang heiß aus und nimm die Gummiringe ab und zu ab, damit sich darunter nichts festsetzt.
Und der Alkohol?
Bei jeder Gärung entstehen Spuren von Alkohol, auch in der zweiten. Bei selbstgemachtem Wasserkefir liegt der Gehalt meist unter 1 %. Lange Gärzeiten, viel Zucker und Wärme lassen ihn etwas steigen. Wenn du ihn so niedrig wie möglich halten willst, bleib bei 24 Stunden in der Flasche und kühle danach direkt.
Häufige Fragen
Kommen die Kristalle mit in die Flasche?
Kann ich Tiefkühlobst verwenden?
Warum prickelt meine Flasche gar nicht?
Kann ich die zweite Gärung auch mit Sirup machen?
Für jede Flasche brauchst du einen gut laufenden Grundkefir. Unsere Wasserkefir Kristalle liefern dir jeden Tag einen Liter, mit 60 g sogar zwei. Mehr Themen rund um die Kultur findest du im Wasserkefir-Ratgeber.
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